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Industrie- und Filmmuseum Wolfen Mein Arbeitsweg - in Russland, St. Petersburg; Fotografien von Eugen von Arb

Mein Arbeitsweg - in Russland, St. Petersburg; Fotografien von Eugen von Arb

About the Exhibition

Den täglichen Arbeitsweg begehen wir meist unbewusst, obschon wir uns an vieles erinnern, das um uns passiert, wenn wir zum Büro, in die Fabrik, in die Schule oder in den Betrieb fahren oder spazieren. Aber meistens haben wir es eilig oder fühlen uns einfach als aussenstehende Zeugen. Der Arbeitsweg ist eigentlich Nebensache, der Tag beginnt oftmals erst mit dem einschalten des PCs am Arbeitsplatz.

Doch bis dahin müssen wir oft weite Strecken zurücklegen und Hindernisse der urbanen Welt überwinden: Strassen, Unterführungen, Brücken, Baustellen, Parks... Ausser der materiellen Welt durchqueren wir Orte mit verschiedenen Atmosphären, voller Gefühle und Gedanken die sich mit unseren eigenen vermischen.

Eugen von Arb, Fotograf und Journalist, ist in der Schweiz aufgewachsen und lebt seit 2004 in Petersburg. Sein damaliger Arbeitsweg in der Schweiz und sein jetziger in Russland - beide dauern ungefähr anderthalb Stunden. Während er in seiner Heimat das halbe Land durchfuhr, kommt der Fotograf und Journalist in Russland lediglich ans andere Ende der Millionenstadt St. Petersburg. Die Zugfahrt in der Schweiz entspricht der Reise in der Petersburger Metro.... Das bedeutet oft: Endloses Donnern und Rumoren zwischen grauen und lieblosen Stationen, die sich manchmal gleichen wie ein Ei dem anderen.

Doch Abseits der Metro gibt es viel mehr: Obschon alle Anstrengungen unternommen werden, um die Millionenstadt Petersburg zu einem effizient funktionierenden Systemen zu entwickeln, hat sich vielerorts eine dörfliche Atmosphäre bewahrt. Überall sind Menschen, die Strassen, Parks und Hinterhöfe bevölkern. Was für ein Gegensatz zu den Bahnhöfen und Strassen in der Schweiz, die zu Stosszeiten überfüllt, ansonsten aber leergefegt sind.

Auf einem Gang durch einen Petersburger Park kann man Senioren beim Schachspiel, Großmütter mit ihren Enkeln, Mütter beim Schwatz mit "schaukelndem" Kinderwagen und Teenager beim Spielen zuschauen. Pärchen und Schülergruppen bevölkern die Parkbänke, schwatzen, lachen und lärmen. Nicht immer sind die Gesichter glücklich - oft werden Konflikte lautstark im Freien ausgetragen. Die Luft ist voller Geflüster, Gespräch, Rufen, Schreien und Blicken. Es lebt.

Dieses Leben stellt uns Eugen von Arb in einer Fotoausstellung im Industrie- und Filmmuseum Wolfen vom 16.02. bis 19.05.19 in schwarz-weiß Fotografien vor.