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Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) moderne_digital Sammlung Fotografie [MOSPhFi00284]

Treppenhaus I

Treppenhaus l (Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) (CC BY-NC-SA)

Description

Im Sommer 1929 wurde Hans Finsler von der Reederei Norddeutscher Lloyd dazu eingeladen, die Jungfernfahrt des Passagierdampfers "Bremen" zu begleiten. Dieser Turbinenschnelldampfer, der mit 28 Knoten seinerzeit als das schnellste und modernste Schiff der Welt galt, fuhr bis 1939 auf der Atlantikroute zwischen Bremerhaven und New York. Mit zahlreichen Aufnahmen dokumentierte der Fotograf Hans Finsler in nüchterner Sachlichkeit die Ausstattung des Schiffes. Charakteristisch für seine gegenständlichen Aufnahmen waren insbesondere die Wahl des Blickwinkels, die Bevorzugung von Details sowie die Isolierung einzelner Gegenstände aus ihrem Kontext und häufig auch ein diagonaler Bildaufbau.
"In diesen Fotografien ging es ihm vor allem darum, in geschickt gewählten Bildausschnitten und Nahaufnahmen die technischen Formlinien, beispielsweise des Deckaufbaus, der Lüfterköpfe oder der Rettungsboote, so zu erfassen, dass sie eine eigene Bildsprache entwickelten und ihre Formverwandtschaft mit der kubistisch-funktionellen Architektur zu erkennen gaben. Diese Beziehung unterstrich er später durch einen Hinweis auf Le Corbusier, für den ‚Funktionalismus, Rationalität und Konstruktion im Schiffsbau ein Vorbild für die Architektur’ gewesen waren. Die Maschinenanlagen und Turbinenräume im Inneren des Schiffes, als auch überdimensionale Außendetails wie Schiffsschrauben regten Finsler schließlich dazu an, die Größenverhältnisse in den Aufnahmen aufzuheben und technische Einrichtungen in übersteigerter Monumentalität wiederzugeben. Damit schloß auch er sich Versuchen an, den Faszinationswert der technischen Form in der Fotografie zu demonstrieren und folgte darin nicht zu letzt den Zielen, die Fritz August Breuhaus in seiner Publikation über die ‚Bremen’, für die ein Großteil der Finsler Fotos bestimmt war, aussprach: ‚Klar und organisch ist der Eindruck der äußerst sachlichen, unerhört schönen Schiffsform, […] die Unterstreichung des Vorwärtsstrebenden Moments der Form im Gedanken des Zwecks ist hier vorbildlicher Weise erreicht.’" (Katja Schneider 1992, S. 331f.)
Zu diesem Foto:
"Geländer in den Treppenhäusern der 1. Klasse, die nach Entwürfen von Fritz August Breuhaus de Groot im Auftrag des Norddeutschen Lloyd gestaltet wurden. Streben aus vorfabrizierten, umgekanteten Kupferplatten, immer zwei gegenplatten in Bronzefassungen eingesetzt, Kupfer und Silberfolie, mit Fondant überschmolzen, darin opakes Email in Rosa, Hellgrün, Hellblau und anderen zarten Farbtönen eingesiebt, Farbwirkung sollte Assoziationen an gefrorenes Eis und Meer wecken" (Katja Schneider 1992, S. 234)
Das Treppengeländer wurde 1929 durch Lili Schultz, Leiterin der Emailwerkstatt der Burg Giebichenstein in Halle, unter Mitarbeit von Erika Unterbeck, Marie Schneider und Gertraud Brückner ausgeführt. "Finsler hielt die Treppengeländer, die in der Giebichenstein Emailwerkstatt gefertigt worden waren, in vielen verschiedenen Ausschnitten und ausgefallenen Blickwinkeln fest." (Katja Schneider 1992, S. 407)

Material/Technique

Silbergelatine

Measurements

Photopapiergröße 243 x 179 mm

Image taken ...
... Who:
... When

Literature

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Keywords

Object from: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Seit 1904 ist in der Moritzburg das hallesche Kunstmuseum untergebracht, zunächst nur mit seinen kunsthandwerklichen Beständen, ab 1921 auch mit ...

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