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Kulturstiftung Sachsen-Anhalt - Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) moderne_digital Sammlung Fotografie Hans Finsler (1891-1972) [MOSPhFi00310]
Katapult-Flugzeug (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt (CC BY-NC-SA)
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Katapult-Flugzeug

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Beschreibung

Im Sommer 1929 wurde Hans Finsler von der Reederei Norddeutscher Lloyd dazu eingeladen, die Jungfernfahrt des Passagierdampfers "Bremen" zu begleiten. Dieser Turbinenschnelldampfer, der mit 28 Knoten seinerzeit als das schnellste und modernste Schiff der Welt galt, fuhr bis 1939 auf der Atlantikroute zwischen Bremerhaven und New York. Mit zahlreichen Aufnahmen dokumentierte der Fotograf in nüchterner Sachlichkeit die Ausstattung des Schiffes. Charakteristisch für seine gegenständlichen Aufnahmen waren insbesondere die Wahl des Blickwinkels, die Bevorzugung von Details sowie die Isolierung einzelner Gegenstände aus ihrem Kontext und häufig auch ein diagonaler Bildaufbau.

"In diesen Fotografien ging es ihm vor allem darum, in geschickt gewählten Bildausschnitten und Nahaufnahmen die technischen Formlinien, beispielsweise des Deckaufbaus, der Lüfterköpfe oder der Rettungsboote, so zu erfassen, dass sie eine eigene Bildsprache entwickelten und ihre Formverwandtschaft mit der kubistisch-funktionellen Architektur zu erkennen gaben. Diese Beziehung unterstrich er später durch einen Hinweis auf Le Corbusier, für den ‚Funktionalismus, Rationalität und Konstruktion im Schiffsbau ein Vorbild für die Architektur’ gewesen waren. Die Maschinenanlagen und Turbinenräume im Inneren des Schiffes, als auch überdimensionale Außendetails wie Schiffsschrauben regten Finsler schließlich dazu an, die Größenverhältnisse in den Aufnahmen aufzuheben und technische Einrichtungen in übersteigerter Monumentalität wiederzugeben. Damit schloß auch er sich Versuchen an, den Faszinationswert der technischen Form in der Fotografie zu demonstrieren und folgte darin nicht zu letzt den Zielen, die Fritz August Breuhaus in seiner Publikation über die ‚Bremen’, für die ein Großteil der Finsler Fotos bestimmt war, aussprach: ‚Klar und organisch ist der Eindruck der äußerst sachlichen, unerhört schönen Schiffsform, […] die Unterstreichung des Vorwärtsstrebenden Moments der Form im Gedanken des Zwecks ist hier vorbildlicher Weise erreicht.’" (Katja Schneider 1992, S. 331f.)

Zu diesem Foto: Eine Besonderheit der Bremen war das speziell für den Passagierdampfer vorgesehene Schwimmflugzeug, die Heinkel HE 12, die zur schnellen Postbeförderung diente. Dazu war auf dem Sonnendeck zwischen den beiden Schornsteinen des Schiffes als Startanlage ein Katapult aufgebaut, von dem aus das Flugzeug "abgeschossen" wurde. Die gesamte Katapultanlage war 27 Meter lang; über einen Schienenträger mit Startschlitten wurde das Flugzeug mit Hilfe einer Pressluftanlage beim Starten vorgeschnellt. Hans Finsler fotografierte dieses Ereignis, zu dem sich auch etliche schaulustige Passagiere versammelten. Durch den Einsatz des Postflugzeuges konnte die Laufzeit der Postbeförderung zwischen New York und Berlin erheblich verkürzt werden, so dass sich eine Zeitersparnis von über 3 Tagen ergab.

Material/Technik

Silbergelatine 180 x 242 mm

Maße

Photopapiergröße

Literatur

  • Göltz, Klaus E.; Immisch, Theo; Romanus, Peter; Wendelberger, Axel (1991): Hans Finsler, Neue Wege der Photographie. Leipzig
  • Schneider, Katja (1992): Burg Giebichenstein. Die Kunstgewerbeschule unter Leitung von Paul Thiersch und Gerhard Marcks 1915 bis 1933. Weinheim
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt - Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Objekt aus: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt - Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

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