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Stiftung Händel-Haus Halle Bilder- und Graphiksammlung [BS-III 113]

Porträt John Taylor

Porträt John Taylor (Stiftung Händel-Haus Halle CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Stiftung Händel-Haus Halle (CC BY-NC-SA)

Description

Das Blatt zeigt das Porträt (Brustbild) des englischen Chirurgen und Augenarztes John Taylor in einem ovalen, mit überwiegend floralem Schmuck umgebenen Rahmen. Darunter ist eine Texttafel mit Familienwappen gestellt, vor der eine Reihe von Büchern und ungebundenen Schriftseiten wie zufällig, doch auffallend lesbar und dekorativ angeordnet sind. Zu erkennen sind die Ortsnamen Basel, "Leige" (wohl Liège = Lüttich) und Köln, wo der Abgebildete zu akademischen Ehren gekommen ist, sowie Titel wissenschaftlicher Publikationen.
Taylor war seit 1736 Augenarzt am Hof George III., reiste aber trotzdem noch jahrzehntelang als selbsternannter "Chevalier" und sich geschickt vermarktender Wunderheiler durch England und Europa. Zwar erlangte er durch wissenschaftliche Studien die Erkenntnis, dass erhöhter Augendruck die Ursache des Glaukoms ist, doch wie er seine Misserfolge bei der Behandlung von Augenkrankheiten mit rhetorischem Aufwand zu vertuschen wusste, weist ihn als Scharlatan aus. Zur Operation des "Grauen Stars" beherrschte er noch nicht die in der Mitte des 18. Jahrhunderts auf dem Festland gerade aufgekommene Technik der Linsenextraction. Wenn Wundinfektionen nach seinem "Starstechen" vielleicht sogar zum Tod führten, war er längst weiter gereist und nicht mehr am Ort.
Als das Gemälde des schottischen Malers Denune, selbst Sohn eines Arztes, und der wie ein Werbebild wirkende Kupferstich Coopers d. Ä. entstanden, waren Bach und Händel noch nicht zu Patienten (und Opfern) Taylors geworden. Händel belastete seit 1751 eine zunehmende Sehschwäche. Nachdem ihm schon zwei Ärzte nicht hatten helfen können, kam es im August 1758 zu einer Begegnung mit Taylor im Badeort Tunbridge Wells. Nach dem Starstechen feierte dieser wie üblich öffentlich seinen angeblichen Erfolg. Doch es war (wie auch 1750 bei Bach) nur kuzzeitig zu einem schemenhaften Sehen gekommen. Erst in seiner Autobiographie 1761 gab Taylor zu, die Wiedererlangung von Händels Sehkraft nicht erreicht zu haben.
Die Inschrift der Tafel lautet: Joan Taylor Eques, Med: Doct: Imp: Reg: et Princ: plur: Ophthalmiater plurimarumque Accademiarum Socius. En Virum Scientia medica insignem totaque Europa celebrem, Qui coecis innumeris restituendo se totum bono publico consecrat.
Ein rechts vorn liegendes Blatt Papier empfiehlt Buchtitel: Lectures On the Means of Preserving Sight and on the Nature & Method of Removing the Several defects of it call’d Weakness of Sight: In a Stile design’d to be understood by the Ladies, for whom they were chiefly intended.
Der Stich ist signiert (links:) W. De Nune Pinxit. (rechts:) R. Cooper Sculpsit.

Measurements

H 35,0 cm, B 21,5 cm

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Literature

Keywords

Object from: Stiftung Händel-Haus Halle

1937 erwarb die Stadt Halle das in der Großen Nikolaistraße gelegene Geburtshaus des berühmten Komponisten Georg Friedrich Händel und eröffnete ...

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