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GLEIMHAUS Museum der deutschen Aufklärung Grafiksammlung [Ca 10037]
Hexen Process in Glarus (Gleimhaus CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Gleimhaus / Gleimhaus (CC BY-NC-SA)
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Hexen Process in Glarus (Mode-Thorheiten 3)

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Beschreibung

Nachdem die Tochter eines Arztes und Ratsherrn Johann Jakob Tschudi Blut sowie Stecknadeln erbrochen und angegeben hatte, einen süßen Kuchen von der Magd und einem Verwandten der Familie erhalten zu haben, wurden jene verdächtigt, in dem Kuchen die Stecknadeln versteckt zu haben. Die Magd sollte nun das Kind heilen. Unter Folter gestand die Magd, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Sie wurde zum Tode verurteilt und am 6. Juni 1782 hingerichtet. Chodowiecki wählt für seine Darstellung den Moment der der Magd abverlangten Heilung des Kindes und reiht die Geschichte damit in die übrigen Fällen von obskuren Heilern ein. Von nicht geringerer Brisanz, auch in aufklärerischer Sicht, ist indes die Verdächtigung als Hexe. Verurteilt wurde die Magd allerdings nicht als Hexe, sondern als Giftmörderin. Über den Fall wurde von Seiten des Gerichts Geheimhaltung verhängt. Dennoch wurde er bald publik und als Justizmord bezeichnet. Erst in heutiger Zeit konnte festgestellt werden, dass Anna Göldi, so der Name der Magd, wohl ein Verhältnis mit ihrem Dienstherrn hatte und dieser den Hexenprozess bemüht hatte, um sie los zu werden.

Material/Technik

Radierung

Maße

9,5 x 5,6 cm

Literatur

  • Bauer, Jens-Heiner (1982): Daniel Nikolaus Chodowiecki (Danzig 1726 - 1801 Berlin). Das druckgraphische Werk. Die Sammlung Wilhelm Burggraf zu Dohna-Schlobitten. Ein Bildband mit 2340 Abbildungen in Ergänzung zum Werkverzeichnis von Wilhelm Engelmann. Hannover, Nr. 1346
  • Engelmann, Wilhelm (1857): Daniel Chodowiecki's sämmtliche Kupferstiche. Beschrieben, mit historischen, literarischen und bibliographischen Nachweisungen, der Lebensbeschreibung des Künstlers und Registern versehen. Leipzig, Nr. 599
  • Wormsbächer, Elisabeth (1988): Daniel Nikolaus Chodowiecki. Danzig 1726 - 1801 Berlin. Erklärungen und Erläuterungen zu seinen Radierungen. Ein Ergänzungsband zum Werkverzeichnis der Druckgraphik. Hannover, S. 137

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GLEIMHAUS  Museum der deutschen Aufklärung

Objekt aus: GLEIMHAUS Museum der deutschen Aufklärung

Das Gleimhaus ist eines der ältesten deutschen Literaturmuseen, eingerichtet im Jahr 1862 im ehemaligen Wohnhaus des Dichters und Sammlers Johann...

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