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Landesmuseum für Vorgeschichte Halle Rössener Kultur (4.600-4.450 v. Chr.)

Collection: Rössener Kultur (4.600-4.450 v. Chr.) ( Landesmuseum für Vorgeschichte Halle )

About the collection

Die Rössener Kultur ist nach einem in den 1870er Jahren entdeckten Gräberfeld im heutigen Leunaer Ortsteil Rössen benannt. Ihre Ursprünge liegen aber wohl in Südwestdeutschland, wobei im mitteldeutschen Gebiet auch eigenständige Entwicklungsstränge wahrnehmbar sind. Prozesse der Kolonisierung und Verdrängung sind bei ihrer Entstehung nicht zu erkennen. Einheimische Stichbandkeramiker haben äußere Anregungen aufgenommen. Tendenziell zielte die Ausbreitung der hiesigen Siedler in nördliche Richtungen, wodurch sie zur Etablierung des Bauerntums auch jenseits der Lößgrenze beitrugen.



Bestattungssitten

Regional verschieden, gehörte die Körper- oder seltener die Brandbestattung zum Totenritus.

In beiden Fällen versah man die Verstorbenen mit Beigaben, die reichhaltiger ausfielen als bei den vorhergehenden Kulturen. Mancher Leichnam wurde gar mit dem halben Brustkorb eines Rindes überdeckt. Jeder Tote erhielt ein eigenes Flachgrab, häufig auf einem Gräberfeld, nicht selten aber auch isoliert. Die Körperbeisetzungen mußten offenbar an keiner Himmelsrichtung ausgerichtet sein. Bisweilen wurden diese Gräber mit eingebrachten oder abdeckenden Steinlagen versehen.

Die Toten wurden vorwiegend auf der rechten Körperseite in Hockhaltung niedergelegt, häufig aber auch in gestreckter Lage.



Hausbau/Siedlungswesen

Die Siedlungsplätze lagen nicht mehr nur in Lößgebieten, sondern jetzt auch auf Sandböden.

Unverändert suchte man die Wassernähe, doch stieg zudem die Bereitschaft, abseits der Bäche zu siedeln. Einzelhöfe gab es selten, in der Regel legte man Weiler und Dörfer an, die umzäunt und mit Wall und Graben umgeben waren. Manche Siedlungskammer wurde vielleicht sogar planvoll strukturiert angelegt. Die Großhäuser waren zweischiffig und erreichten Längen von bis zu 65 m. Ihr Grundriß war tendenziell trapezförmig mit zumeist ausbauchenden Längswänden. Wie bei den Vorgängerkulturen, bewohnten ausschließlich Menschen diese Langhäuser, keinesfalls wurde hier auch Vieh untergebracht. Ferner gab es erheblich kleinere Rechteckbauten unterschiedlicher Funktion.



© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte; Grafik: Karol Schauer

This collection is part of

Frühe Jungsteinzeit/Frühneolithikum (5.450-3.950 v. Chr.) [1]

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