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Landesmuseum für Vorgeschichte Halle Kugelamphorenkultur (ca. 3.100-2.650 v. Chr.)

Collection: Kugelamphorenkultur (ca. 3.100-2.650 v. Chr.) ( Landesmuseum für Vorgeschichte Halle )

About the collection

Die Anfänge der Kugelamphorenkultur lagen im Gebiet des heutigen Polen. Sie dehnte sich bis in die Ukraine, Nordost- und Mitteldeutschland und Böhmen aus. In Sachsen-Anhalt belegt die gegenseitige Übernahme von Geräte- und Keramikformen einen intensiven Kontakt mit der Bernburger Kultur. Für die Gemeinschaften der Kugelamphorenkultur spielte der Ackerbau eine weit geringere Rolle als die Viehhaltung. Dies erklärt auch die geringeren Bodenqualitäten der aufgesuchten Siedlungsräume. Bevorzugte Nutztiere waren neben Schweinen besonders Rinder, deren hohe Wertschätzung auch in eigenen Bestattungen ihren Ausdruck fand.



Bestattungssitte

Überwiegend war es Brauch, Tote einzeln beizusetzen. Der Leichnam lag in gehockter Haltung gebettet - Frauen auf ihrer linken und Männer auf der rechten Körperseite. Der Kopf war stets nach Osten, die Füße gegen Westen ausgerichtet. Viele Grabgruben hatten eine kistenartige Auskleidung mit Steinplatten, etliche andere besaßen keinen Einbau. Der Grabbau bestand häufig aus einer Steinkiste, mancherorts hingegen aus einer Holzkammer, Steinpackung oder Trockenmauer. Die Gräber waren eingeebnet. Sie befanden sich isoliert im Gelände oder zu kleinen Gruppen geordnet. Zuweilen erfolgte die Beisetzung in Grabhügeln älterer Kulturen. Bei den sehr seltenen Brandbestattungen wurde die Knochenasche in ein Gefäß gefüllt und mit einer Steinplatte abgedeckt vergraben. Der Totenbrauch sah ferner Grabbeigaben vor, zuweilen mit mehreren Gefäßen und Geräten.



Hausbau/Siedlungswesen

Man lebte vorwiegend in kleinen Gemeinschaften. Dementsprechend hatten die meisten Wohnplätze geringe Ausmaße. Es gab jedoch vereinzelt auch Großsiedlungen mit über 1000 qm Fläche. Bevorzugt wurde in der Nähe von Flüssen und Bächen gesiedelt, oftmals auf Anhöhen wie Dünen und Hochufern. Als Viehhalter war man nicht auf Ackerböden angewiesen, so dass Lebensräume mit sandigem und lehmigem Untergrund bevölkert wurden. Hinweise zur Hausgröße und -konstruktion sind spärlich. Offenbar gab es sowohl Blockhäuser als auch Pfostenbauten. Nachgewiesen sind auch Wohngruben mit einer Fläche bis zu 8 qm, die offenbar keinen dauerhaften Überbau hatten. Derartige Behausungen sprechen für eine mobile, durch eine ausgeprägte Weidewirtschaft bedingte Lebensweise.





© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte; Grafik: Karol Schauer

This collection is part of

Mittlere Jungsteinzeit/Mittelneolithikum (3.950-2.700 v. Chr.) [7]

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