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Johann-Friedrich-Danneil-Museum Salzwedel Skulpturen eines Retabels aus Drebenstedt

Skulpturen eines Retabels aus Drebenstedt

Aus der Kirche Drebenstedt befinden sich fünf Heiligenfiguren als Dauerleihgaben in der Sammlung des Danneil-Museums: eine Madonna, der Hl. Georg, Maria Magdalena und zwei Apostel.
Ursprünglich gehörten sie wohl zu einem Altarretabel. Drei der Figuren sind größer dimensioniert und könnten im Schrein gestanden haben, zwei kleine Statuetten dürften aus den Flügeln stammen.
Die größeren Skulpturen stehen auf polygonalen, profilierten Sockeln.
Die Figuren sind schlank und greifen in ihrer Gestik kaum aus. Sie sind nicht ausgehöhlt.
Die Drebenstedter Skulpturen sind verwandt mit der Werkgruppe des Audorfer Retabels. Eine Entstehung in der Region (Salzwedel?) ist denkbar. Selten in der Region sind die zusammen mit den Figuren aus einem Werkstück geschnitzten Sockel.

[ 5 Objects ]

Diese Madonna gehört zu einer Gruppe von fünf Skulpturen aus der Dorfkirche Drebenstedt, welche wohl von einem Altarretabel stammen.

Maria hält das verhältnismäßig kleine, unbekleidete Jesuskind auf ihrer linken Seite. Es greift nach oben an ihren Ausschnitt – ein aus dem hohen Mittelalter stammendes und auf die Braut-Bräutigam-Symbolik zwischen Maria und Jesus anspielendes Motiv, welches im späten Mittelalter allerdings eher selten ist.
Das Gesicht der Maria mit offenen Augen, der schlanken, geraden Nase und dem lächelnden kleinen Mund ist schön proportioniert und fein schnitzerisch ausgearbeitet. Die Frisur besteht aus plastisch ausgearbeiteten und variantenreich geschnitzten Haarsträhnen.
Die Gewanddraperie zeigt lange, tief ausgearbeitete und schlanke Faltenbahnen, wie sie für die Zeit um 1480 typisch sind. Reste der mittelalterlichen Polychromie sind erhalten: Der Mantel war vergoldet auf rotem Bolus, das Futter azuritfarbig, das Kleid versilbert.

Diese Figur gehört zu einer Gruppe von fünf Skulpturen aus der Dorfkirche Drebenstedt, welche wohl von einem Altarretabel stammen.

Georg trägt eine detailliert ausgearbeitete und der zeitgenössischen Mode entsprechende Plattenrüstung und steht auf einem kleinen Drachen, der seinen Rachen zum Ritter empor reckt.
Das Gesicht des Heiligen ist schön proportioniert und fein schnitzerisch ausgearbeitet mit offenen Augen, einer schlanken, geraden Nase und einem lächelnden kleinen Mund. Die Frisur besteht aus plastisch ausgearbeiteten und variantenreich geschnitzten Haarsträhnen.
Vermutlich führte der Hl. Georg von oben herab eine Lanze.

Auf der Rüstung finden sich Spuren von Vergoldung und Versilberung als Reste der mittelalterlichen Polychromie.
Auf der Oberseite der Figur gibt es zugesetzte Löcher (Dm ca. 2 cm), auf den Unterseiten Einspannspuren von quadratischen Zinken.

Die Figur entspricht einem in der Zeit verbreiteten Typus, wie er z. B. beim Lüneburger Rathaus am Außenbau und auf einem Leuchter auftritt.

Diese Figur gehört zu einer Gruppe von fünf Skulpturen aus der Dorfkirche Drebenstedt, welche wohl von einem Altarretabel stammen.

Maria Magdalena weist mit ihrer Rechten das Salbgefäß vor. Ihr Gesicht ist schön proportioniert und fein schnitzerisch ausgearbeitet mit offenen Augen, einer schlanken, geraden Nase und einem lächelnden kleinen Mund. Die Frisur besteht aus plastisch ausgearbeiteten und variantenreich geschnitzten Haarsträhnen.
Die Gewanddraperie zeigt plastische Dreiecksfalten - typische Formen der Zeit um 1480. Auf dem Haupt trägt Maria Magdalena eine Wulsthaube. Reste der mittelalterlichen Polychromie sind erhalten: Die Wulsthaube war schwarz, der Mantel vergoldet, das Futter rot.
Auf der Oberseite der Figur befinden sich zugesetzte Löcher (Dm ca. 2 cm), auf der Unterseite Einspannspuren von quadratischen Zinken.

Diese Figur gehört zu einer Gruppe von fünf Skulpturen aus der Dorfkirche Drebenstedt, welche wohl von einem Altarretabel stammen.

Die Skulptur ist eher simpel gestaltet und sehr flach gearbeitet. Auf der Rückseite finden sich Markierungen oder Zeichen in rötlicher Schrift: ein Zeichen in Form eines seitenverkehrten „B“ sowie weitere Buchstaben in rotbrauner Farbe.

Diese Figur gehört zu einer Gruppe von fünf Skulpturen aus der Dorfkirche Drebenstedt, welche wohl von einem Altarretabel stammen.

Die Skulptur ist simpel gestaltet und brettflach gearbeitet. Sie besitzt einen schlicht ergänzten Kopf und zeigt auf der Rückseite eine Besonderheit – einen mittelalterlichen Scherz: eine Schnitzerei, die einen Schelm darstellt.