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Johann-Friedrich-Danneil-Museum Salzwedel Zwei Heilige aus Königstedt

Zwei Heilige aus Königstedt

Diese beiden qualitätvollen schlanken Heiligenfiguren stammen aus der Dorfkirche von Königstedt. Die Skulpturen sind massiv gearbeitet und hinten abgeflacht. Sie stehen auf reich profilierten und polygonalen Sockeln, die aus demselben Werkstück gearbeitet sind wie die Skulptur.

Beide Figuren weisen eine sehr dynamische Stellung auf.
Die Draperien wirken äußerst lebendig und sind scharfkantig geknittert.
Die Gesichter beider Figuren sind relativ klein und von annähernd dreieckiger Form, relativ flächig und mit weit auseinander liegenden Gesichtsorganen.

Die beiden Skulpture setzen die Kenntnis moderner süddeutscher Skulptur (Veit Stoß) voraus. In der Mark Brandenburg gibt es kaum Vergleichsbeispiele dafür. Die Werkstatt dürfte auch nicht im nahen Niedersachsen zu suchen sein, wurde dort doch meist Eiche verwendet. Es wird wohl ein mitteldeutsches Kunstzentrum (Magdeburg oder Halle?) in Betracht zu ziehen sein. In der näheren Umgebung wären am ehesten die Heiligen in den Flügeln des Retabels in Stappenbeck vergleichbar, welche aber von deutlich geringerer Qualität sind.

[ 2 Objects ]

Der männliche Heilige ist in einer sehr dynamischen Stellung dargestellt, welche Stand- und Spielbein betont. Er ist bartlos und trägt ein Priesterornat (Albe und Dalmatika). Ein aufgeschlagenes Buch (ehemals in der rechten Hand) ist abgebrochen, aber noch vorhanden.

Die weibliche Heilige erscheint in einer dynamischen Stellung, welche ihr durch einen leichten S-Schwung verliehen wird. Sie hält ein Buch in der rechten Hand, trägt außerordentlich modische und detailreich dargestellte Kleidung: ein enges, geschnürtes und weit ausgeschnittenes Kleid, darüber einen geschürzten Mantel. Die Gewandsäume sind mit eingravierten Mustern und applizierten (hölzenen) Perlen und Edelsteinen aufwändig gestaltet.